Der Muffin-Club. Die süßeste Bande der Welt

muffin-clubKatja Alves: Der Muffin-Club. Die süßeste Bande der Welt
Arena-Verlag
Preis: 8,99 €
Seitenzahl: 104
Gebunden
ISBN: 978-3-401-70129-5

„Die süßeste Mädchen-Bande der Welt erlebt ihr erstes großes Abenteuer.“ (Text auf der Buchrückseite)

Ganz zu Beginn der Geschichte gibt es den Muffin-Club noch nicht und Lulu, Tamtam, Lin und Miranda sind auch noch keine Freundinnen. Sie sind zusammen in einer Klasse. Lulu schreibt, dass sie in 567 Tagen 10 Jahre alt wird. Ich denke dass die Mädchen ungefähr 8 Jahre alt sind und in die dritte Klasse gehen. Auf der allerersten Seite werden die vier Mädchen beschrieben.

Lin muss immer Geige spielen üben und ist ziemlich schüchtern. Aber sie hat immer die besten Ideen.

Tamtam ist sehr frech und hat immer lustige Einfälle.

Miranda ist ein richtiges Mädchen und hat sogar ein Kindermädchen das alles für sie macht.

Lulu ist schrecklich gut in Mathe und mag Hausaufgaben. Sie will gern etwas Tolles erfinden, aber das ist nicht so einfach.

Die Geschichte vom Muffin-Club beginnt in der Schule. Die Lehrerin, Frau Schneidewind, will dass Lulu einen Kuchen für das Schulfest backt und Lulu will einen Kuchen erfinden, der niemals leer wird. Dann bestimmt die Lehrerin auch dass Lin, Tamtam und Miranda Lulu beim Backen helfen und sie wollen zusammen einen Zauberkuchen mit Zutaten aus Lulus Chemiekasten backen. Aber sie entscheiden sich dann doch für Muffins und nennen sich Muffin-Club.

Im Musikunterricht passiert dann etwas ganz Schlimmes: Herr Trovatore, der Musiklehrer, setzt sich auf das Kissen von seinem Klavierhocker und unter dem Kissen ist eine Flasche Ketchup versteckt. Natürlich will er wissen wer das war und als niemand etwas sagt, fragt er wer zuletzt in der Aula, also dort wo das Klavier steht, war. Zuletzt war Lin in der Aula und Herr Trovatore denkt jetzt natürlich dass Lin die Ketchupflasche unter das Kissen gelegt hat. Aber Lin war es nicht und ist traurig, weil alle denken dass sie so etwas machen würde.

Das ist ein Fall für den Muffin-Club! Die vier Mädchen nehmen sich vor, den wahren Täter zu finden und beginnen sofort mit der Spurensuche. Wer es aber wirklich war, verrate ich aber nicht. Dazu muss man das Buch schon selber lesen.

Ich finde die vier Mädchen alle toll. Sogar Miranda, die eigentlich nett ist und nicht so eingebildet. Aber am meisten mag ich Tamtam weil sie ein bisschen frecher ist und jonglieren kann. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, weil es richtig lustig beschrieben ist was die Mädchen machen. Mir hat auch das Cover sehr gut gefallen und die Bilder im Buch sind auch genauso schön. Ich fand es auch gut dass die Bilder im Buch nur in rosa, blau und lila sind und dass die Schrift blau ist. Das ist mal etwas anderes. Ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Band (Vier Freundinnen wirbeln los!) lesen.

Ich glaube das Buch ist perfekt für Mädchen ab acht Jahren, weil Lulu und die anderen auch so alt sind. Die Schrift ist relativ groß und es sind auf jeder Seite Bilder. Manchmal sehen sie aus als hätte jemand einfach so hineingekritzelt. Also irgendjemand und nicht die  Zeichnerin. Die heißt übrigens Elli Bruder und hat natürlich auch die Bilder für den zweiten Band gemalt.

Von mir kriegt das Buch 5 von 5 Sternen, weil einfach alles stimmt: Die lustige Geschichte und die tollen Bilder.

Pilli

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Achtung, fertig, Baustelle!

achtung-fertig-baustelleRolf Toyka und Heike Ossenkop (Text), Ferenc B. Regös (Illustration)
Gerstenberg Verlag
(Bild: Architekturzeitung.com)
Preis: 16,90 €
Seitenzahl: 32
Gebunden
ISBN: 978-3-8369-5226-2

empfohlenes Alter: ab 5 Jahren

„Achtung, fertig, Baustelle!“ ist ein Sachbuch der besonderen Art. Denn es erklärt Kindern, wie ein Haus entsteht. Vom ersten Entwurf bis zum Einzug. Der Autor Rolf Toyka ist Architekt und hat bereits mehrere Architekturbücher veröffentlicht. Außerdem ist er Vater von zwei Kindern. Eine gute Kombination und eine super Voraussetzung für das vorliegende Sachbuch.

Die Kinder begleiten Tim, dessen Eltern ein Haus bauen lassen, und seinen Onkel Hannes, der Architekt ist und das Haus entworfen hat. Sie sehen, wie sich die Baustelle entwickelt, sehen Bagger, Kräne und eine ganze Menge Handwerker. Und sie sehen auch, dass es seine Zeit braucht, bis man endlich einziehen kann.

Die Zeichnungen sind erfreulich „erwachsen“, Grundrisse und Fassadenansichten findet man in dem Buch ebenso wie Pläne für die Elektriker und Klempner. Jede Doppelseite kann man aufklappen und findet zusätzliche Informationen, z. B. zum Thema Grundrisserstellung oder der Frage, worin sich ein Holz- von einem Teppichboden unterscheidet oder warum ein Archtitekt kein Landschaftsarchitekt ist.

„Achtung, fertig, Baustelle!“ entstand in Zusammenarbeit mit der Akademie der Architekten- und Stadtplankammer Hessen und es ist meiner Meinung nach ein besonderes Sachbuch, weil es sehr nah an der Realität ist und den Kindern fachlich, aber kindgerecht erklärt, was alles passiert, bis ein Haus fertig für den Einzug ist.

Aus Mutters Bücherregal: Der grüne Blitz – Jules Verne

Ich habe keine Ahnung, was in den letzten Tagen los war. Nicht nur habe ich die Montagsfrage am Dienstag gepostet, weil ich der felsenfesten Überzeugung war, dass tatsächlich noch Montag war, nein, ich habe auch noch letzten Montag getönt, dass ich am Samstag die Rezension zu Jules Vernes „Der grüne Blitz“ einstelle. Was ich dann natürlich nicht getan habe. Daher hole ich das an dieser Stelle nach.

der grüne blitzJules Verne: Der grüne Blitz
Mareverlag
(Bild: ebenda)
284 Seiten
Leinenband mit Lesebändchen im Schuber
26,00 €
ISBN 978-3-86648-180-0

„Der grüne Blitz“ ist Jules Vernes einziger Liebesroman – und dennoch ist es ein Buch, das absolut typisch für den französischen Schriftsteller ist.

Wir befinden uns an der Westküste Schottlands, wo die beiden Brüder Sam und Sib in einem Landhaus leben. Die Brüder sind einander so ähnlich, dass sie die Sätze des jeweils anderen beenden können. Mit ihnen leben die Hausdame Bess und der Verwalter Partridge, der uns als Schotte wie er im Buche steht vorgestellt wird. Sam und Sib sind Onkel und Vormund – und gewissermaßen auch Eltern – für die schöne Helena, eine junge Dame mit Herz und Verstand sowie einem festen Willen. Dankenswerterweise und auch untypisch für die Zeit lassen die beiden Onkel Miss Helena viele Freiheiten, finden jedoch, dass es allmählich Zeit wird, dass sie den Bund der Ehe eingeht. Und einen geeigneten Kandidaten scheinen die beiden auch schon gefunden zu haben: In dem Gelehrten Aristobulus Ursiclos, einem Wissenschaftler durch und durch, dem jeglicher Sinn für das Schöne völlig entgeht. Helena hat jedoch etwas völlig anderes im Sinn: Sie hat in einer Zeitung vom grünen Blitz, einem Naturphänomen, das nur bei Sonnenuntergang am Meereshorizont auftritt, gelesen und macht sehr deutlich, dass sie zuerst den grünen Blitz sehen will, bevor sie über eine Heirat nachdenken wird. Und so begeben sich die Onkel, die Dame Bess, Partridge und die schöne Helena auf eine Reise, um den grünen Blitz zu sehen, und finden nicht nur atemberaubende schottische Küsten vor, sondern erleben sogar eine Beinah-Tragödie, die auch für die Onkel und Helena nicht ohne Folgen bleiben soll.

„Der grüne Blitz“ ist ein typischer Jules Verne: Ausgedehnte Landschaftsbeschreibungen, die überall durchscheinende Faszination für die Wissenschaft und der Witz, den alle Protagonisten auf ihre jeweils eigene Art innehaben sowie Jules Vernes geschickte Rhetorik, durch die es manchmal scheint, als spiele Verne mit seinen Lesern. Und mit Leichtigkeit und einer gewissen Zuneigung erschafft Jules Verne (wieder einmal) die unterschiedlichsten, interessantesten und exzentrischsten Charaktere.

Die Neuübersetzung übernimmt – zum Glück – die für die damalige Zeit typische Sprache und Ausdrucksweise, die für den modernen Leser möglicherweise arrogant oder hochgestochen klingen mag, aber die auch gleichzeitig zum stimmigen Gesamteindruck beiträgt. Daher an dieser Stelle ein großes Lob an die Übersetzerin Cornelia Hasting.

Mit der Gestaltung des Buches hat sich der Mare Verlag große Mühe gegeben: Ein Schuber in cremeweiß und ein Leineneinband in tannengrün sowie zahlreiche Illustrationen Léon Benetts aus der Originalausgabe von 1882 machen die Neuübersetzung zu etwas Besonderem.

5 von 5 Punkten

MiMaMo – Die Montagsfrage

Ich lese ja nicht nur Bücher, sondern auch anderer Menschen Blogs. Dabei bin ich auf Paperthins „Montagsfrage“ gestoßen. Die aktuelle Montagsfrage möchte ich gern beantworten:

Montagsfrage: „Besitzt du noch Bücher aus deiner Kindheit?“

Aber natürlich! Leider nicht mehr alle, da meine Eltern viele meiner Kinderbücher weitergereicht haben und ich viele Bücher für Kinder ab ca. 10 Jahren der Bibliothek gespendet hatte, bevor ich umgezogen bin. (Ganz ehrlich: Ich fand „Lassie“ und „Michaela“ in meiner damaligen „Beinah-Hardcore-Grufti-Phase“ nicht kleidsam im Regal und hätte die Bücher auch nie wieder gelesen.)

Hier eine kleine, feine Auswahl meiner erhaltenen Schätze:

die geschichte vom regenbogenei Werner Beckmann: Die Geschichte vom Regenbogenei
Verlag für Lehrmittel Pössneck, 1989

der wolfprinz Der Wolfprinz – Schwedische Trollmärchen
Hinstorff Verlag, 1984

besuch von einem pandaLui Qian: Besuch von einem Panda
Verlag für fremdsprachige Literatur, 1982

beim puppendoktorWalter Krumbach: Beim Puppendoktor
Beltz – Der KinderbuchVerlag
(meine Ausgabe muss aus den frühen Achtzigern sein)

der drache und der königssohnVuk St. Karadzic: Der Drache und der Königssohn
Mladé LetÃ, 1989

Habt Ihr noch Bücher aus Eurer Kindheit? Und wenn ja: Wo? Haben sie einen Ehrenplatz? Stehen Sie im Bücherregal Eurer Kinder? Oder einfach einsortiert zu den restlichen Büchern?

Aus Mutters Bücherregal: Die Liste der vergessenen Wünsche

die liste der vergessenen wünscheRobin Gold: Die Liste der vergessenen Wünsche
Blanvalet, 2013
(Bildquelle: ebenda)
352 Seiten
Paperback
Klappenbroschur
14,99 €
ISBN 978-3-7645-0484-7

„Früher war alles einfacher. Abschiede zum Beispiel. Als die achtjährige Clara Black – in einem schwarzen Badeanzug – ihren Kater »Schweinebraten« beerdigte, ahnte sie nicht, dass das Leben noch einen viel größeren Verlust für sie bereithalten würde: Jahre später stirbt ihr Verlobter kurz vor der Hochzeit. Es bricht Claras Herz. Doch dann findet sie eine alte Liste mit ihren Kindheitswünschen, die vor ihrem 35. Geburtstag in Erfüllung gehen sollten. Ganz unverhofft wird die Liste zu Claras Rettungsanker – und zum Weg zurück ins Glück …“

Ein Kater namens Schweinebraten und eine Liste von Dingen, die man vor dem Altwerden (d. h. vor dem 35. Geburtstag) getan haben muss, versprechen eine witzige Geschichte. Was „Die Liste der vergessenen Wünsche“ auch stellenweise wirklich ist.

Leider aber sind die Passagen zwischen Unterzucker-Ohnmacht und Panikanfall auf der Kopfsprung-Rutsche für meine Begriffe oft zu kitschig, zu klischeehaft, zu viel von allem. Die Protagonisten wirken alle kaum greifbar, da sie entweder leider nur oberflächlich beschrieben werden (Claras Mutter und Bruder) oder zu klischeehaft dargestellt werden (der Verführer Typ Katalogmodel, der gute Freund Typ George Clooney).

Obwohl ich nachvollziehen kann, dass man einen geliebten Menschen positiv in Erinnerung behält, finde ich die Rückblenden auf die Beziehung von Clara und Sebastian schon sehr nahe am Kitsch. Möglicherweise soll dies dem Leser verdeutlichen, wie groß der Verlust ist und wie innig die Beziehung war, aber es wirkt für mich sehr aufgesetzt. Leider habe ich von Sebastian das Bild eines Karrieretypen, der seiner Freundin (teure) Geschenke macht, um sie bei Laune zu halten, im Kopf. Wodurch sich die wiederholt erwähnte Seelenverwandtschaft auszeichnet, wird für mich nicht deutlich.

Die titelgebende Liste wird im Laufe der Geschichte abgearbeitet, doch einen großen Anteil an der eigentlichen Story hat die Liste nach den ersten Kapiteln nicht mehr. Robin Gold hat die Liste geschickt genutzt, um einen alten Bekannten Claras wieder in deren Leben einzuführen, und zum anderen, um der Handlung einen roten Faden zu geben.

Der Verlauf der Geschichte ist leider sehr vorhersehbar und wirklich überrascht hat mich nichts. Mit Clara bin ich das ganze Buch über nicht richtig warm geworden, da ihre Reaktionen für mich zum Teil nicht nachvollziehbar waren und sie sich zum Teil mehr wie eine eingeschnappte Fünfzehnjährige und nicht wie eine erwachsene Frau verhalten hat. Für mich erscheint Clara sehr unselbstständig und gerade durch den Schicksalsschlag und die Liste, die ihr neuen Mut zu geben scheint, bietet sich ihr die Chance, eigenständiger und stärker zu werden. Diese Chance nutzt sie aber meiner Meinung nach überhaupt nicht.

Kann man „Die Liste der vergessenen Wünsche“ dem Chick Lit Genre zuordnen? Ich weiß es nicht. Der typische Frauenroman ist jedenfalls einfach nicht meins. Das Buch hat ein paar wirklich gute Lacher und Robin Gold lässt ihren Humor hin und wieder gekonnt durchscheinen, aber allgemein plätscherte die Geschichte ohne große Höhen und Tiefen dahin.

3 von 5 Punkten
(Wohnte eine „Ich-lese-gern-Cecilia-Ahern-Seele“ in meiner Brust, gäbe sie dem Buch wahrscheinlich 4 von 5 Punkten.)

(Nebenbei: Bin ich die Einzige, die den Ausdruck „Chick Lit“ irgendwie nicht schön findet? Das hat so eine abwertende Konnotation, meiner Meinung nach.)